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Humaner Affenpockenausbruch - Was wir wissen sollten

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Die Infektionsfälle weiten sich aus. Seit Beginn dieses Jahres wurden der WHO bereits über 6000, im Labor bestätigte Fälle von Affenpocken, und ein Todesfall gemeldet. Die Zahl der betroffenen Länder steigt weiter, wobei die große Mehrzahl der Infektionen in der Europäischen Region nachgewiesen sind.

Da zum ersten Mal Ausbrüche gleichzeitig in fünf WHO-Regionen auftretenwird das Infektions-Risiko weltweit bereits als mittelhoch eingestuft. Eine deutlich höhere Gefährdungseinstufung trägt allerdings die Europäische Region, mit zahlreichen und weit gestreuten Ausbrüchen. Sorge bereiten die ungewöhnlichen klinischen Präsentationen der Fälle. Fieber und Krankheitsgefühl, als Warnzeichen der Erkrankung, treten jetzt oft erst nach dem Erscheinen von Hautausschlag auf. Dieses Prodomalstadium kann sogar ganz fehlen. Es werden auch zunehmend Fälle erkannt, in denen nur wenige oder einzelne Hautpocken auftreten. Dies unterscheidet sich von den bisher bekannten Lehrbuch-Affenpocken und gibt berechtigten Anlaß zur Sorge, dass die "Anzahl der Fälle stark unterschätzt werden", warnt Professor Joseph Osmundson von der New York University.

Wir haben noch keine Vorstellung von der Größenordnung dieses neuen Affenpockenausbruchs

Das Ausmaß asymptomatischer Infektionen kann noch nicht eingeschätzt werden, aber es lässt vermuten, dass das Virus bereits seit längerem in Europa zirkuliert und Übertragungen von Mensch zu Mensch bisher vielfach unentdeckt blieben. Nach ersten Untersuchungen wird mittlerweile die Reproduktionszahl (R0) auf 0,8 geschätzt, und bei Personen, die sich als Männer, die Sex mit Männern haben, identifizieren, auf größer als 1.

Die Übertragung der Infektion erfolgt durch direkten Kontakt mit Haut- oder Schleimhautläsionen, durch Tröpfchen in der Atemluft (möglicherweise auch durch Aerosole) oder indirekt durch Kontakt mit verschmierten Oberflächen und Gegenständen. Enger körperlicher Kontakt begünstigt die Übertragung. Das Virus wurde über PCR-Untersuchungen bei den Erkrankten, nicht nur in Hautläsionen, sondern auch im Nasen-Rachenabstrich, im Stuhl und im Sperma nachgewiesen. Es wird derzeit untersucht, ob eine sexuelle Übertragung über Sperma/Vaginalflüssigkeiten möglich ist.

Die meisten der bekannten Fälle sind bisher bei Männern aufgetreten, die Sex mit Männern haben, aber es muss betont werden, dass es sich NICHT um eine „Schwulenkrankheit" handelt. Jeder kann sich mit Affenpocken anstecken, der direkten oder indirekten Kontakt mit dem infektiösen Ausschlag, mit Schorf oder mit Körperflüssigkeiten hat. Es treten ebenfalls Infektionen nach heterosexuellen Kontakten auf und bei Kontaktpersonen in der Familie. Kürzlich wurde die Erkrankung bei einem Grundschulkind in Frankreich nachgewiesen.

„Wenn wir aus früheren Epidemien etwas gelernt haben, dann, dass Stigmatisierung bei der Bekämpfung eines Ausbruchs nicht sinnvoll ist.“

Der Amerikaner Matt Ford, berichtet über seine Erkrankung auf Twitter @JMatthiasFord und BuzzFeed : „Ich bekam starke Symptome, die einer Grippe glichen: Fieber, Schüttelfrost, Nachtschweiß, Husten, Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Die Hautblasen im Bereich der Unterwäsche, wurden immer schmerzhafter. Sie füllten sich mit Eiter und juckten. Dann erschienen weitere Läsionen. Es war so schmerzhaft, dass ich nachts nicht schlafen konnte.“

Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung. Insbesondere die derzeit zirkulierenden Stämme sind milder und weit weniger tödlich als diejenigen, die aus einem anderen Zweig des evolutionären Stammbaums der Affenpocken stammen. Die CDC warnt jedoch davor, dass immungeschwächte Menschen, Kinder unter 8 Jahren, Menschen mit Ekzemen in der Vorgeschichte und Schwangere oder Stillende ein höheres Risiko haben, ernsthaft zu erkranken oder zu sterben.  Mit Tecovirimat steht ein Medikament für schwere Verläufe zur Verfügung. Zur Vorsorge ist in der EU Imvanex, ein Pocken-Impfstoff zugelassen (für Menschen ab 18 Jahren), der auch zum Schutz vor Affenpocken eingesetzt werden kann.

Was ist also zu tun, wenn Sie glauben, dass Sie Affenpocken haben? Erstens, keine Panik. Allerdings sollten Sie jetzt den Kontakt mit anderen Menschen und auch mit Tieren stark einschränken und so bald wie möglich einen medizinischen Test machen lassen, einen Arzt oder eine medizinische Einrichtung aufsuchen. Achten Sie auf verräterische Symptome, vor allem auf Hautausschläge und grippeähnliche Symptome.

Der Hautausschlag ist nicht spezifisch für Affenpocken. Er kann auch mit Windpocken, Masern, bakteriellen Hautinfektionen, Syphilis, Insektenbissen oder allergischen Reaktionen verwechselt werden. Sobald das Testergebnis da ist, versorgt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie mit weiteren Anweisungen und Ratschlägen, um die Symptome in den Griff zu bekommen. Wenn es medizinisch sinnvoll ist, werden Empfehlungen für weitere Untersuchungen gegeben. Seien Sie sich bewusst, dass es keinen Grund gibt, sich für die Krankheit zu schämen.

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