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Corona maskiert - Hohe Dunkelziffer birgt Unsicherheiten

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Von der Hoffnung auf eine Corona-Sommerpause müssen wir uns endgültig verabschieden. Trotz Hochsommer gehen die Coronazahlen stetig nach oben. Inzidenzen, Krankenhauseinweisungen, Intensivbelegung, Todesfälle, wer das Dashboard des RKI im Blick hat, kann den Zuwachs verfolgen. Notorisch unbeweglich ist dagegen leider weiterhin die Corona-Impfquote, mit genau 0% Zuwachs in Deutschland. Dies bereitet alles Sorgen, wird aber nicht von allen als Warnzeichen erkannt.

Auch die Positivrate der PCR-Nachweise, ohnehin schon in oberen Bereichen, sind nochmal gestiegen. Ganz anders als die Zahl der PCR-Testungen insgesamt. Bei typischen Symptomen oder einem positiven Strich auf dem Antigen-Stäbchen, wird derzeit häufiger eine Selbstdiagnose gemacht „Ja klar, Omikron, jetzt hat es mich auch erwischt“. Dabei wird übersehen, dass diese „Corona-Fälle“ keinesfalls als Corona-Erkrankung zählen. Sie fließen nicht in die Gesundheitserhebungen ein, auch nicht in die Warn-App. Nicht nur ist damit der Sinn der 130 Millionen teuren Corona-App verfehlt, die Vernachlässigung der PCR birgt noch eine ganze Reihe von weiteren Problemen.

Zurzeit ist es eine Abwägung zwischen Eindeutigkeit und Risikoakzeptanz, zwischen Sicherheitsbedürfnis und Mehraufwand. Nach gefühlt einer Dekade Pandemie wünschen wir uns alle etwas mehr Ruhe und Routine im Alltag. Die Probleme sind schließlich nicht weniger geworden. Nicht zuletzt sind es wirtschaftliche Überlegungen, die zu einer Testvernachlässigung geführt haben. Ungenaue Zahlen aber bergen Unsicherheiten und sogar Fallstricke. Im Moment kennt niemand die genauen Zahlen, selbst über das Ausmaß der Dunkelziffer wird gerätselt. So sagt Thorsten Lehr, Professor für Pharmazie der Universität des Saarlandes

"Bei der Dunkelziffer halte ich mindestens Faktor 2 bis Faktor 3 für möglich."

Der sorglose Verzicht auf einen zuverlässigen Erreger-Nachweis durch die PCR-Testung ist allerdings, wie einfach mal die Augen zumachen. Es macht uns blind für die Realität der Infektionszahlen und damit für den tatsächlichen Zustand der Republik. Auf welcher Grundlage basieren denn die Coronaentscheidungen für den Herbst/Winter? Jede Partei wünscht sich etwas anderes. Das Virus sorgt immer wieder für Überraschungen. Zumindest die messbaren Größen sollten also genau bekannt sein, und dann auch das Fundament guter Entscheidungen tragen.


In Unkenntnis der Realität sind wir ein Stück weit unvorbereitet für das Anrollen anderer Erreger schwerer Infektionen, wie die echte Grippe Influenza, oder das Virus mit dem unaussprechlichen Namen Respiratorisches Synzytial-Virus, kurz RS-Virus. Beide Erkrankungen sind von den Symptomen her nicht von COVID-19 zu unterscheiden und können, genau wie Corona, milde oder schwere Erkrankungen verursachen.

Eine Sorge vor kommenden, schweren Grippewellen ist nicht unbegründet. Die Influenza ist zwar eine typische Kalt-Wetter-Erkrankung, trotzdem wird in Deutschland bereits seit Mai eine erhöhte Grippeaktivität verzeichnet. In Australien, wo gerade der Winter anbricht, hat es einen frühen und ungewöhnlich heftigen Grippeausbruch gegeben. Der frühe Südhalbkugel-Ausbruch könnte ein Anzeichen dafür sein, was im Herbst auch in Europa bevorstehen könnte. Wir sollten dies also genau im Blick behalten. Wünschenswert wären dafür belastbare Daten zu Kombinationsimpfungen und entsprechenden Impfangeboten. Das gleiche gilt für die Diagnostik, die Kombination einiger wichtiger viralen Erreger sollte zuverlässig in einem einzigen Test nachgewiesen werden können. Auch dafür braucht es Planung und eine gewisse Anlaufzeit.

Der stetige Anstieg der Sommer-Coronafälle wurde auch im Europa-Büro der Weltgesund­heitsorganisation WHO registriert. Allein in der vergangenen Woche seien fast drei Millionen Neuinfektionen gemeldet worden, was fast der Hälfte aller weltweiten Neuinfektionen entspricht. Angetrieben von den Omikron-Sublinien BA.2 und BA.5 haben sich die Zahlen in kurzer Zeit verdreifacht. Für Deutschland erwartet auch das RKI den Anstieg schwerer Erkrankungen, Hospi­ta­lisierungen und Todesfälle.

"Wartet man bis zum Herbst, ist es zu spät."

Regierungen und Gesundheitsbehörden müssen jetzt handeln, um für die kommenden Monate gewappnet zu sein, unter anderem bei der Überwachung der Pandemie, warnte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Diese Situation werde sich verschärfen, wenn das neue Schuljahr beginnt und die Reisenden aus dem Sommerurlaub zurückkommen. Der belgische Allgemeinmediziner und ehemalige Hausarzt Kluge war vor kurzem selbst an Corona erkrankt und habe schreckliche Tage und Nächte mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Atemnot verbracht. 

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